Sicherheitseinlagen

Hintergrund DGUV Regel 112-191

Nach der Fusion von Berufsgenossenschaften und öffentlichen Unfallversicherungsträgern hat die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung eine Vereinheitlichung und Umbenennung der bisherigen Regelungen vorgenommen. Die Berufsgenossenschaftliche Regel (BGR) 191 heißt seit 2014 DGUV Regel 112-191.

Die DGUV Regeln für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit dienen der Verhütung von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren. Die DGUV Regel 112-191 beschäftigt sich mit der Benutzung von Fuß- und Knieschutz.

Im Januar 2007 war eine Änderung der Richtlinie BGR 191 in Kraft getreten. Sie besagt, dass bei jeder orthopädischen Anpassung von Sicherheitsschuhen geprüft werden muss, ob diese weiterhin den Anforderungen der Norm EN ISO 20345 gemäß Zertifikat entsprechen. Diese Prüfung muss durch ein offizielles Prüfinstitut durchgeführt werden, welches anschließend eine EG-Baumusterprüfbescheinigung ausstellt. Die Kosten für eine solche Prüfung sind erheblich, sodass es wirtschaftlich nicht tragbar ist, diese individuell für jede angefragte orthopädische Änderung und jedes einzelne Paar Schuhe durchzuführen.

Um der Nachfrage nach orthopädischen Anpassungen dennoch gerecht zu werden, wurden in den letzten Jahren viele Sicherheitsschuhe verschiedenster Hersteller im Vorfeld für orthopädie-schuhtechnische Veränderungen zertifiziert.

Welche Sicherheitsschuhe sind zugelassen?

Mittlerweile haben die meisten Sicherheitsschuhhersteller viele Schuhe aus ihrem Sortiment für eine orthopädische Einlagenversorgung freigegeben, d.h. im Vorfeld zertifizieren lassen. Dies wird in der Regel mit einem kleinen „Einlagensymbol“ am Karton des Schuhes gekennzeichnet bzw. auf den Webseiten der Hersteller und in den Katalogen explizit genannt.

Wichtig! Nicht jeder Sicherheitsschuh ist zugelassen.

Nachfolgend eine kleine Übersicht über die gängigsten Sicherheitsschuhhersteller. Die zugelassenen Modelle können leicht auf den Webseiten der Hersteller angezeigt werden.

                 

 

 

Ablauf einer Einlagenversorgung
  1. Kunde / Mitarbeiter benötigt orthopädische Einlagen auf Grund von Fuß-, Knie-, Hüft- oder Rückenproblemen (z.B. durch Verordnung eines Arztes).
  2. Kunde / Mitarbeiter erhält vom Arbeitgeber oder kauft sich selbst einen „für Einlagen/Zurichtungen zertifizierten“ Sicherheitsschuh.
  3. Kunde / Mitarbeiter vereinbart mit uns einen Termin und bringt die Verordnung und die Sicherheitsschuhe mit.
  4. Kostenübernahme muss geklärt werden. Weiter Informationen zur Kostenübernahme auf der nächsten Seite.
  5. Ausführliche Anamnese und digitale Vermessung der Füße mittels 2D-Fußscanners Optional:
    Biomechanische Ganganalyse auf dem Laufband oder der Gangstrecke zur Identifikation von Fehlsteuerungen.Biomechanische Ganganalyse auf dem Laufband oder der Gangstrecke zur Identifikation von Fehlsteuerungen
    Biomechanische Ganganalyse auf dem Laufband oder der Gangstrecke zur Identifikation von Fehlsteuerungen.Biomechanische Ganganalyse auf dem Laufband oder der Gangstrecke zur Identifikation von Fehlsteuerungen
  6. Fertigung der zertifizierten, baumustergeprüften Einlage innerhalb von zwei Wochen.
  7. Kunde / Mitarbeiter holt Einlagen ab und probiert diese vor Ort im Schuh, ggf. sofortige Anpassung der Einlagen.
Aufbau & Wirkung der Einlage
  1. bewirken eine individuelle Druckentlastung und Körperstatikveränderung sowie Gelenkentlastung
  2. fördern durch den hohen Tragekomfort Ihr Wohlbefinden im Arbeitsalltag
  3. bieten eine Unterstützung Ihres Fußes bzw. unteren Bewegunsapparates
  4. verbessern die Leistungsfähigkeit im beruflichen Alltag
Wer übernimmt die Kosten?

Die Kosten einer individuellen Einlagenversorgung gemäß DGUV 112-191 variieren ja nach Anforderungen zwischen 170 € und 240 €.

Da die Einlagen speziell für die Sicherheitsschuhe gefertigt werden, kann die Versorgung nicht über die gesetzlichen Krankenkassen abgerechnet werden.

Deswegen werden die Kosten in vielen Fällen vom Arbeitgeber übernommen. Theoretisch können bei bestimmten Voraussetzungen auch andere Kostenträger, wie z.B. die Deutsche Rentenversicherung, die Agentur für Arbeit oder Berufsgenossenschaften herangezogen werden. Dies muss im Einzelfall entschieden werden.

Hinweis:
Unsere Erfahrungen bei der Kostenübernahme haben gezeigt, dass die Antragsstellung und das Genehmigungsverfahren bei Kostenträgern, wie der Deutschen Rentenversicherung, sehr lange dauern können (bis zu 6 Monate).
Bei größerer Nachfrage seitens von Unternehmen bieten wir auch individuelle Kooperationsvereinbarungen an. Sprechen Sie uns einfach an.

Vereinbaren Sie noch heute einen Termin unter: Tel. 07251/68274